Die Pflege steht unter hohem fachlichem und strukturellem Druck – gleichzeitig eröffnet insbesondere die Rehabilitation neue Chancen für Professionalisierung und Weiterentwicklung. Sabine Gschwend, Leiterin Pflegeentwicklung der Klinikgruppe Valens, spricht über ihren beruflichen Weg, ihre Motivation und darüber, wie Pflegeentwicklung den Alltag von Pflegefachpersonen konkret unterstützen kann.
Liebe Sabine, wenn du heute auf deinen beruflichen Weg zurückblickst: Gab es einen Moment in der Pflege, in dem dir klar wurde, dass du etwas verändern willst – und nicht nur mitarbeiten?
Ja, diesen Moment gab es sehr früh. Ich erinnere mich an einen Nachtdienst kurz nach meinem Diplomabschluss. Eine komplexe Patientensituation stellte uns vor fachliche Fragen, für die es im Team keine klare Antwort gab. Ich begann zu recherchieren, Fachliteratur zu lesen, Guidelines zu vergleichen und das Wissen direkt in die Praxis zu übersetzen. Als Kolleginnen später gezielt auf mich zukamen und sagten: «Ich bin froh, dass du das weisst – kannst du mich unterstützen? », wurde mir klar, dass mir genau das liegt: Wissen aufzubereiten, Sicherheit zu geben und Pflege weiterzuentwickeln.
Wenn wir in fünf bis zehn Jahren auf die Pflege bei Valens schauen: Was sollte sich aus deiner Sicht verändert haben?
Ich wünsche mir eine Pflege, die stärker durch digitale Tools unterstützt wird – etwa durch intelligente Dokumentationssysteme oder Sprachassistenz, damit wieder mehr Zeit für den Patienten bleibt. Gleichzeitig sehe ich neue Rollen für Pflegefachpersonen, insbesondere mit erweiterten Kompetenzen und akademischem Hintergrund.
«Ich wünsche mir eine Pflege, die stärker durch digitale Tools unterstützt wird – etwa durch intelligente Dokumentationssysteme oder Sprachassistenz, damit wieder mehr Zeit für den Patienten bleibt.»
Zur Person
Sabine Gschwend (34) arbeitet mit Unterbruch seit rund neun Jahren für die Klinikgruppe Valens. Zuerst als diplomierte Pflegefachperson, dann als Fachverantwortliche Pflege, gefolgt von der Anstellung als Pflegeexpertin MScN am Standort Valens mit Schwerpunkt Rheumatologie / Neurologie. Seit Mai 2025 leitet sie den Bereich Pflegeentwicklung der Klinikgruppe Valens. Nach dem Master of Science – Studium in Pflege im Jahr 2019 – vertieft sie derzeit ihre wissenschaftliche Expertise mit einem Doktoratsstudium (Dr. scient. med.) an der Privaten Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Rehabilitationspflege. Privat findet sie Ausgleich auf Skitouren, beim Klettern und in der Natur. Sie lebt mit ihrem Partner in Altstätten.